Dr. Dominik Spitzer

SPITZER: Fehlendes Personal kommt Besuchsverbot in Pflegeheimen gleich – Staatsregierung verantwortet einsame Weihnachte

Besucher von Pflege- und Senioreneinrichtungen müssen seit kurzem verpflichtend einen negativen Corona-Test vorweisen. Optimalerweise sollen die Tests direkt vor Ort in den Heimen stattfinden – doch dafür fehlt oftmals das Personal. Dazu der gesundheits- und pflegepolitische Sprecher der FDP-Fraktion im Bayerischen Landtag Dr. Dominik Spitzer:

"Gerade zur Weihnachtszeit möchten Angehörige ihre pflegebedürftigen Verwandten im Heim besuchen. Um das Risiko der Eintragung des Virus in die Heime zu minimieren war es sinnvoll, die Testpflicht für Besucher einzuführen. Da viele Einrichtungen aber keine personellen Ressourcen für Schnelltestungen vor Ort haben und zahlreiche Testzentren keine Tests für Angehörigenbesuche anbieten, kommt die Testpflicht de facto einem Besucherverbot gleich.

Die bayerische Staatsregierung hat es versäumt, den Einrichtungen frühzeitig zusätzliche Unterstützung in Form von mobilen Testteams zur Verfügung zu stellen. Mit Blick auf die zu erwartende zweite Welle hatten wir als FDP-Fraktion hier bereits im Sommer mehr Personal gefordert. Die Weihnachtstestaktion durch das Bayerische Rote Kreuz und andere Hilfsorganisationen mag ein kleines Trostpflaster sein, ersetzt aber keine mittel- bis langfristige Teststrategie. Die Leidtragenden sind einmal mehr die Pflegebedürftigen, die allzu oft unter sozialer Vereinsamung leiden."

Zudem kritisiert Spitzer, dass in der 11. Novelle der Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung die teilstationären Einrichtungen wie Tagespflegen vergessen wurden: "Stand heute ist es so, dass diese Pflegeangebote keine besonderen Auflagen erfüllen müssen, obwohl auch hier hoch vulnerable Gruppen ein- und ausgehen. Die Staatsregierung täte gut daran, hier schnellstmöglich durch praxisnahe und sinnvolle Maßnahmen die Sicherheit der Pflegebedürftigen sowie ihrer Angehörigen zu erhöhen."