SPITZER: Die Booster-Empfehlung für alle ist längst überfällig

Angesichts der verschärften Corona-Lage empfehlen Bund und Länder Auffrischimpfungen für alle Geimpften nach sechs Monaten. Das teilte Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek nach der Konferenz der Ressortchefs mit. Dazu der gesundheitspolitische Sprecher der FDP-Fraktion im Bayerischen Landtag Dr. Dominik Spitzer:

„Die Empfehlung der Gesundheitsminister, im Kampf gegen Corona verstärkt auf Auffrischungsimpfungen zu setzen, ist längst überfällig. Die Erkenntnis, dass in Israel die seit Juli laufende dritte Impfung der Schlüssel für das Abebben der vierten Corona-Welle war, ist doch nicht neu. Die signifikant positiven Studienergebnisse aus Israel wurden bereits Anfang Oktober veröffentlicht. Und auch die Ständige Impfkommission hat bereits am 7. Oktober Grünes Licht für das Boostern für Menschen ab 70 Jahren gegeben. Seitdem haben wir vier wertvolle Wochen verloren.

Wir müssen jetzt so schnell wie möglich die vulnerablen Gruppen sowie das medizinische Personal mit einer dritten Impfung schützen. Bei vielen kann der Impfschutz schon nachgelassen haben, da sie ja schon im Frühjahr ihre Erst- und Zweitimpfung erhalten haben.

Um generell mehr Tempo beim Boostern auf die Straße zu bekommen, müssen wir Hausärzte flexibel und unbürokratisch Impfstoff bestellen können. Die aktuelle Regelung, dass man nur mit zwei Wochen Abstand im Voraus bestellen kann, bremst uns völlig unnötig aus. Ohnehin ist die aktuelle Lage in vielen Arztpraxen sehr angespannt, da neben den steigenden Corona-Infektionen sich auch die allgemeinen Infekte auf hohem Niveau bewegen. Daher brauchen wir auch zwingend öffentliche Impfangebote, um die Arztpraxen zu entlasten.“