Dr. Dominik Spitzer

Corona „Bayerisches Test-Konzept ist unausgereift“ – SPITZER besucht AllgäuLab

Als unausgereift bezeichnet der Allgäuer Landtagsabgeordnete Dr. Dominik Spitzer den bayerischen Vorstoß, jedem Bürger Bayerns einen Corona-Test zu bezahlen. Bei einem Besuch des AllgäuLab in Kempten sprach der Abgeordnete mit Dr. Matthias Lapatschek und Dr. Josef Cremer sowie dem EDV-Leiter Robin Cremer über die Arbeit des Labors in Corona-Zeiten.

„Allen Bürgern ohne Grund einen Test zu bezahlen halte ich für nicht zielführend. Vielmehr sollte das Konzept vor allem eine flächendeckende Testung von Risikogruppen, bestimmten Gewerben, Kitas, Schulen, Pflegeeinrichtungen und Menschen, die einen triftigen Grund haben, wie z.B. Urlaubrückkehrer, einschließen. Dass nun einige Personenkreise die Möglichkeit auf einen Covid-19-Test haben, die zuvor ausgenommen waren, begrüße ich dagegen sehr“, so der gesundheits- und pflegepolitische Sprecher der FDP-Landtagsfraktion Spitzer. Dazu zählten beispielsweise pflegende Angehörige, weiß der Virologe Matthias Lapatschek: „Das neue System hat den Vorteil, dass sich nun auch Leute testen lassen können, die vorher durch das Raster gefallen sind und ihren Corona-Test selbst zahlen mussten.“

Es wird immer noch gefaxt

Derzeit stünden genügend Tests und Reagenzien zur Verfügung, sagt Lapatschek: „Durch die anfangs ausreichend gute Kostenerstattung ist es mittlerweile fast schon zu einem Angebotsüberhang gekommen. Vor Corona gab es vielleicht drei Anbieter. Nun sind es um die 60. Der Markt funktioniert hier.“ Auch der Datenaustausch zwischen dem Robert Koch-Institut (RKI), dem Gesundheitsamt und dem Labor wurde während des Besuchs thematisiert. Robin Cremer, Leiter der Labor-EDV des AllgäuLab ging auf die Probleme in der Kommunikation zwischen den Institutionen ein: „Aktuell werden die Informationen hauptsächlich noch per Fax übermittelt. Das AllgäuLab ist hierbei allerdings eine Ausnahme. Gemeinsam mit dem Gesundheitsamt Ostallgäu gehören wir zu den wenigen Pilotpro-jektteilnehmern, bei denen ein digitaler Informationsaustausch möglich ist“. Ein unhaltbarer Zustand für Spitzer: „Wir müssen schnellstens dafür sorgen, dass alle unsere Gesundheitsämter und Labore mit dieser Technik ausgestattet werden und sich dem System anschließen. Es kann nicht sein, dass wir hier technisch noch in den 80er Jahren feststecken.“