Dr. Dominik Spitzer

SPITZER zur Digitalisierung der Gesundheitsbranche: Ärzte sind keine IT-Experten

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn treibt die Digitalisierung im Gesundheitsbereich stark voran. Ärzte, die nicht an die neue Telematik-Infrastruktur angeschlossen sind, werden mit einem sogenannten Strafzins zur Kasse gebeten. Ab 2020 soll dieser von 1 auf 2,5 Prozent steigen. Dr. Dominik Spitzer, gesundheitspolitischer Sprecher der FDP-Landtagsfraktion, kritisiert das Vorgehen des Ministers. Bisher sei im Bereich der Datensicherheit noch vieles ungeklärt, klare Standards für niedergelassene Ärzte wären nicht vorhanden.

"Das Datennetz, an das sich Ärzte und Kliniken anschließen müssen, ist noch sehr unsicher. Tests haben das bewiesen. Die Dummen sind am Ende die Patienten und die Ärzte. Sensible Daten wie Befunde, Diagnosen und Therapiepläne können durch Sicherheitslecks in die Hände von Kriminellen gelangen. Nur: Mediziner sind keine IT-Experten, können aber für den Datenklau zur Verantwortung gezogen werden."

Spitzer spricht sich zudem gegen einen Strafzins aus. "Dieses Vorgehen entspricht nicht unserem Verständnis für Freiberuflichkeit. Statt den Ärzten etwas aufzuzwingen, sollte der Mehrwert eines digital vernetzten Gesundheitswesens besser kommuniziert werden. Die Digitalisierung ist nötig, allerdings sollten dafür auch die Rahmenbedingungen stimmen. Das heißt: Strafzinsen abschaffen, klare Standards festlegen und Sicherheitslücken schließen."