Dr. Dominik Spitzer

SPITZER zu Lieferengpässen:

Wer bei Arzneimitteln spart, spielt mit der Gesundheit der Patienten

Nach Angaben des Deutschen Arzneiprüfungsinstituts haben die Arznei-Lieferengpässe in den vergangenen zwei Jahren dramatisch zugenommen. Fehlten 2017 noch 4,7 Millionen sogenannte Rabattarzneien, waren es 2018 fast doppelt so viele (9,3 Millionen) und im ersten Halbjahr dieses Jahres bereits 7,2 Millionen.

Dominik Spitzer, gesundheitspolitischer Sprecher der FDP-Fraktion im Bayerischen Landtag, schlägt Alarm: "Der Trend ist besorgniserregend. Einige Medikamente können zwar ersetzt werden, allerdings kann das für Patienten gefährlich werden – zum Beispiel, wenn diese nicht auf die Ersatzmittel eingestellt sind und wenn sie diese schlechter vertragen."

Eine Ursache für Lieferengpässe sieht Spitzer in der deutschen Sparpolitik und ihren Rabattverträgen. Diese führt unter anderem dazu, dass mittlerweile viele Pharmakonzerne ihre Wirkstoffe in Fernost produzieren lassen.

"Der Kostendruck ist mittlerweile so enorm, dass auch lebenswichtige Medikamente rar werden. Wenn wir jetzt nicht handeln und die Planwirtschaft bei Medikamenten abschaffen, wird sich die Situation weiter verschärfen. Das heißt: Weg mit Zwangsabschlägen, Festbetragsarzneimitteln, Rabattverträgen und regionale Arzneimittelvereinbarungen mit Quoten. Zudem brauchen wir eine europäische Lösung – eine, die Anreize für die Pharmakonzerne schafft, in Europa zu produzieren. Wer bei den Arzneimitteln spart, spielt mit der Gesundheit der Patienten."