Dr. Dominik Spitzer

SPITZER zum geplanten Landarztgesetz: Die Staatsregierung stellt die richtige Diagnose, hat aber die falsche Therapie

Die bayerische Staatsregierung hat heute einen Gesetzentwurf für ein Bayerisches Landarztgesetz in den Landtag eingebracht. Dieses sieht unter anderem eine Vorabquote für Medizinstudienplätze für die entsprechende Studienausrichtung vor. Studierende sollen sich zudem verpflichten, später auf dem Land zu praktizieren. Der gesundheits- und pflegepolitische Sprecher der FDP-Fraktion im Bayerischen Landtag Dr. Dominik Spitzer kritisiert den Gesetzentwurf scharf:

"Die Staatsregierung stellt zwar die richtige Diagnose, verordnet aber die falsche Therapie. Mit Knebelverträgen junge Menschen in unterversorgte Gebiete zu zwingen, ist wie eine Lungenentzündung mit Globuli behandeln zu wollen. Ich halte es für einen schweren Eingriff in die Berufsfreiheit und für einen späten Sieg der Planwirtschaft.  Es ist zu befürchten, dass künftig auf dem Land teils sehr unglückliche Ärzte mit hohem Frustrationsrisiko praktizieren werden. Und es wird viele geben, die sich am Ende mit dem Strafgeld von 250.000 Euro von ihrem Knebelvertrag freikaufen.

Statt wild an den Symptomen rumzudoktern, sollten endlich die Ursachen bekämpft werden. Das heißt, die Rahmenbedingungen müssen so justiert werden, dass der Beruf des Hausarztes wieder attraktiv wird.  Wir sollten stattdessen das Medizinstudium viel mehr in den ambulanten Bereich hin öffnen – zum Beispiel im Praktischen Jahr durch die Anbindung an die Praxen. Wir müssen Erlebniswelten schaffen, die zu einem Klebe-Effekt führen. Der Wunsch der FDP wäre auch die Reduzierung des Numerus Clausus auf zehn Prozent sowie einen Medizinertest nach österreichischem Modell. Das hätte die Landarztquote obsolet gemacht."